Ein Fundstück von FalscherFluss motiviert noch mal nachzusehen, wie das mit dem Schwimmbad an oder auf der Alster, genauer an der Schwanenwik, nun weiter geht. Da ist ja unser Bürgermeister 2007 extra aus Sylt gekommen, um zu verkündigen, dass es bald wieder ein Schwimmbad in der Alster geben soll. Freilich nicht im Alsterwasser selbst. 2008 sollte es bereits losgehen mit dem Schwimmen an der Schwanenwik, so zumindest der Bürgermeister und die Welt [Welt, 2007]. Wie dieses Schwimmbad aussehen sollte kann auf Hamburg1 gesehen werden – ebenso wie ein Bild des alten Schimmbades [hamburg1, 2007]. Der Blick lohnt dabei. 100m länge, bei 5 Schuten, die voneinander getrennt werden können … . Da kommen wohl nur 20m Bahnen bei raus. Und am Ende des Beitrages von Hamburg1 dann mein Held! Da stellt sich ein Grüner hin und fordert das Schiff wegzulassen und einfach einen Strad aufzuschütten – Naturbad Alster?
Aber wer hört schon auf Grüne und Hamburg hudelt nicht!. Ein Blick auf die Alster zeigt: Kein Badeschiff, kein Strand! Auf Hamburg-Web ist dann auch zu lesen, dass das Vorhaben vom Bezirkt Nord, zudem dieser Teil der Alster gehört, erstmal gestoppt wurde. Das Schutenschwimmbad wurde sowohl von den Anwohnern, als auch von den Wassersportlern kritisiert [hamburg-web, 2008] – und die Anwohner haben bekanntlich Geld, die Wassersportler – mit Gefährt – Einfluss.
Offenbar will der Bezirk jedoch nicht nur Nein sagen und an einer anderen Lösung arbeiten. Polyplan, die auch für den Eichbaumsee zuständig sind [Polyplanhomepage], wurde beauftrag und hat im Janur 2008 zwei Entwürfe für ein Bad vorgelegt [ Polyplan, 2008].
Die interessanten Punkte dabei sind, neben der meiner Meinung nach schöneren Anlage: „Das Bad öffnet sich für den freien Eintritt über die Wiese [...] Der Badegast, der etwas mehr möchte, nutzt den Eingang über den Pavillon. Hier findet er, nachdem er Eintritt gezahlt hat, den Komfort, den er von einem Bad erwartet“ [ebd.:3]. Anders Formuliert, man kann auch umsonst schwimmen! Zwar ist die genaue Länge nicht beschrieben, aber aus den einzelnen Erklärungen lässt sich entnehmen, dass es mehr als 75m Länge haben wird – also länger ist, als ein normales Schwimmbad. Leider soll es jedoch nur eine Wassertiefe von 1,30m geben, eine Tiefe, die sie mit Verweis auf das Holthusenbad, als für Schwimmer attraktiv bezeichnen [ebd.:7]. Das lassen wir dan mal unkommentiert.
Der Entwurf plant das Becken, das von der Alster abgetrennt ist, mit aufgewerteten Alsterwasser zu befüllen. An dieser Stelle schreiben sie zum Alsterwasser: „Die Wasserqualität der Alster hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Den Anforderungen an eine Badenutzung genügt sie ohne Aufbereitung allerdings nicht. Dies liegt zum einen an den Huminstoffen, die aus den moorreichen Einzugsgebiet des Oberlaufes der Alster eingetragen werden. Diese Stroffe trüben das Wasser bräunlich ein, so dass die Sichttiefe eingeschränkt wird. Zum anderen sind es Einträge der Hamburger Mischkanalisation sowie Wasservögel, die durch Koteinträge zu einer hygienischen Belastung des Wassers führen“ [ebd.:6].
Die Sichttiefe wurde schon in anderen Beiträgen als Gegenargument angegeben, ebenso wie das Argument, dass nach Starkregen die Überläufe über die Alster abgeführt werden. Hier wird jedoch ein genneres Argument aus der Wasserqualität entwickelt. Nunden, wer ein Bad entwirft, sollte auch ein Argument haben, warum es nicht nur ein Strand werden soll.
Aber was wird den nun? Man weiß es nicht. Die Taz schreibt, es sei eine politische Entscheidung und die müsse die Umweltbehörde treffen [Taz, 2008]. „Ob Badeschiff oder Naturbad, die Umweltbehörde prüfe die zwei konkurrierenden Konzepte auf Herz und Nieren“ [ebd.]. Wer weiß was bei rauskommt, jetzt wo die Grünen mitregieren: Schuten mit Alsterwasser?