21:00, eine Hilfsbereite Mitbewohnerin ermöglicht das schließen des Neo. Das neu gekaufte Wassertermometer behauptet, die Alster hätte 17 Grad, neue NeoSocken an den Füssen versprechen, dass sie diesmal nicht kalt werden.
Wie die letzten Male geht es an der Schwanewik mit der Schuhlösung ins Wasser, die NeoSocken lassen es wirklich sehr viel angenehmer erscheinen, doch auch so ist das Wasser deutlich wärmer als das letzte mal. Doch zum ersten mal schwimme ich nun allein, ohne Kanu, ohne jemand zweiten.
Die Nacht ist klar, kein Boot auf der Alster, Sterne am Himmel. Dunkelheit. Ich schwimme los, gegen den Freund, der die Alster stets um 22:00 Uhr betritt ist eine Verteidigung dabei – Knicklicht. Es ist eigendlich wie immer, leichte Wellen, diesmal warme Füsse. Es geht sich gut an.
Etwa auf der Mitte wechsel ich vom Kraulschlag in den Brustschlag. Ein Fehler, vermutlich der zweite. Die Socken laufen voller Wasser, indem der Brustschlag dieses reinzudrücken scheint. Vermutlich etwas, dass nicht passiert währe, wenn ich diese unter dem Neo hätte. Das nächste mal.
Kämpfend mit den Socken, nach einer Lösung suchend, sehe ich den Alsterdampfer wie stets die Alster betritt. Ich bin in der Mitte, es gibt keinen Grund vor diesem nun zu fliehen, er wird sich schließlich wie immer am Westufer treiben lassen und dann dort weiter zum Jungfernstieg fahren.
Während ich mit den Socken kämpfe passiert es. Ich bleibe mit dem Bein am Knicklicht hängen. Unmittelbar darauf ist mein Neo auf. Super! Es wird kalt. Schwimmen mit offenem Neo ist unmöglich, der Alsterdampfer so kaum im Auge zu behalten, die 17 Grad werden spürbar. Wirklich Hoffnung den Neo wieder zuzubekommen habe ich nicht, schließlich gelingt mir dies auch im trockenem nicht. Doch ein kräftiges ziehen, bei gleichzeitigem Tauchen und motzen hilft. Der Neo ist wieder zu. Kalt bleibt es, das Knicklicht ist ab, der Alsterdampfer hält sich jedoch an sein Ritual.
Die Lust weiter zu schwimmen, angesichts der Kälte, der nicht sitzenden Socken und des fehlenden Knicklichtes, ist dahin. So schwimme ich zurück und gehe nach Hause. Übermorgen vielleicht ein zweites mal.