Archiv für August 2008

Außenalster Quer die II

August 31, 2008

Das war es wohl mit dem Sommer. Nachdem er sich Anfang August verabschiedet hat, ist nun davon auszugehen, dass er dieses Jahr auch nicht mehr wiederkommen wird. Dennoch, es wird weiter geschwommen – nach Meinung von FalscherFluss sogar bis Ende September, ich wünsche ihr viel Spaß!

Mangels anderer Ideen wurde die Alster wieder an der Schwanewik betreten. Die Schuhlösung bleibt praktikabel, der Ort gut geeignet – mit Schuhen. Schon beim Weg zur Alster wurde eins deutlich – heute wird es zum ersten mal wirklich kalt. Die genaue Temperatur der Alster ist zwar unbekannt, doch beim Einstieg war spürbar: der Herbst hat das Wasser erfasst. Dennoch wir schwammen los. Die Wassertemperatur war nicht angenehm aber erträglich. Das Wetter vor allem schlecht. Es nieselte, ein Umstand, der die Alster zum ersten mal mürrisch erscheinen ließ.

Aufgrund der Erfahrung mit dem Alsterdampfer vom letzten mal, waren wir diesmal mit Leuchtmitteln bewaffnet. Am Rückenband des Anzuges befestigten wir je ein Knicklicht. So ausgestattet war es sehr leicht die andere Person auszumachen. Diese leuchtete beständig kurz auf. Mitten auf der Alster schwammen wir auseinander um zu prüfen, wie der andere aus der Entfernung zu erkennen ist. Das Ergebnis: Auch mit Knicklicht schlecht. 100 Meter Entfernung und der andere verschwand in der Dunkelheit. Ob ein Schiff ein solches Leuchten wirdklich wahrnehmen wird – vor allem wenn der Kapitän davon ausgeht die Alster für sich zu haben – bleibt fraglich.

Wir entschlossen uns etwa auf der Hälfte um zudrehen, da die Kälte des Wassers unsere Füsse und Händen bereits merklich beeinflusste. Bedingt durch den Wind und die Kälte wurde diemal der Neo auch nicht am Land ausgezogen, sondern der Rückweg im selbigen zurückgelegt. Ein komisches Gefühl, aber selbst die Polizei, die an uns vorbei fuhr, nahm es so hin.

Außenalster Quer

August 25, 2008

Eine nächste Etappe auf dem Weg die Alster zu erschließen. Gegen 22:00 nahmen FalscheFluss und ich die Alster in ihrer Breite in Angriff. Von der Schwanenwik ging es zum anderen Alsterufer, genauer zum Anleger Rabenstrasse, und wieder zurück.

Es bleibt vor allem eins, wunderbar und aufregend. Das Problem einen geeigneten Einstieg zu finden, bei dem man sich nicht die Füsse aufschneidet, wurde mit Badeschuhen gelöst. Diese wurden dann im tiefen Wasser an einer Schnur mit Anker befestigt und dank ihrer Schwimmfähigkeit zurückgelassen. So konnte später auch der Ausstieg mit Schuhen geschehen.

Ungelöster bleibt das Problem der Schiffe auf der Alster. Als wir unsere Tour begannen, war keines zu sehen. Die Alster gehörte uns. Als wir etwa in der Mitte der Alster waren fuhr ein Alsterdampfer von der Oberalster kommend auf die Außenalster. Aus Erfahrung wussten wir, dass diese stets am Westufer zum Jungfernstieg fuhren, und auch eine mögliche Querung des Schiffes zu einem Anleger am Ostufer geschied an einer anderen Stelle.

Das Schiff jedoch fuhr genau bis zum Anleger Rabenstrasse. Hier ließ er sich, wie wir jetzt wissen, treiben. Vermutlich eine Tour, bei der die Alster bei Nacht irgendwelchen Auswertigen präsentiert wird. Wir versuchten dem Dampfer auszuweichen, dieses drehte jedoch langsam auf der Alster, so dass wir beständig im Bereich des Rot/grünen Sichtfeldes blieben. Entsprechend drohte das Schiff beim erneuten Aufnehmer der Fahrt in unsere Richtung zu fahren. Das wissen um die Beleuchtung eines Schiffes führte zwar nicht zu einer Situation, in der wir sicherer war, dennoch wussten wir so wenigsten, dass wir durchaus eine gewissen Gefahr vor uns hatte, den das Schiff selbst war kaum zu erkennen.

Ebenso wie das Schiff war auch FalscherFluss „unsichtbar“. Es reichten weniger als 10 Meter und sie war in der Dunkelheit verschwunden. Eine vielleicht auch noch hilfreiche Feststellung: die Wache der Wasserschutzpolizei (am Anleger Rabenstrasse) ist auch in der Nacht besetzt.

Anmerkung:

Schiffe haben ein rotes und ein grünes Licht. Insofern kann aus den Farben, die man sieht geschlossen werden, wie das Schiff fährt, ohne dass man das Schiff selbst sieht. Rot = Es kreuzt den eigenen Weg von recht nach links; Grün = es kreuzt den eigenen Weg von links nach rechts; Rot(rechts)/grün(links) = es fährt auf einen zu; grün(rechts)/rot(links) = es fährt von einem weg.

Alstertal – die Erste

August 14, 2008

Nun besteht die Alster bekannter Weise nicht nur aus dem Teil, der mitten in der Stadt zu sehen ist. Dennoch kennen wohl die wenigsten Hamburger den oberen Lauf. Ausnahmen sind hier wohl Menschen den ein Kanu gehört oder die dort wohnen.

Bis zur Ohlsdorfer Schleuse, an der sich natürlich das schwimmen verbietet, ist die Alster ein relativ normaler Fluss. Relativ weil er durch die regelmäßigen Schleusen an ihrem Lauf, eine angenehme Wassertiefe hat.

Flacher wird sie im Bereich des Alstertal und hier wurde das Wasser von Mädchen N.N., dass von nun an „Schnellschwimmer“ heißen möchte, ausführlich getestet. Meine Person, war hiervon nicht zu überzeugen, den das Wasser war vor allem ein: Kalt! – und der Neo weit weg. Wir waren am Vormittag noch auf der Alster, deren Temperatur mit geschätzen 19 Grad zum baden rief. Das Wasser im Alstertal hatte dagegen am Nachmittag geschätzt keine 15 Grad. An heißen Tagen sicher ein Segen, nur dieser Tag war nicht heiß.

Schnellschwimmer ist jedoch vom Baden im Alstertal begeistert, vielleicht auch, weil die Böschung ein hineinspringen ermöglicht und der Boden meist ein angenehmer Sandboden ist. Zudem hat hier die Alster ordentlich Strömung, auch ein Erlebnis für sich. Da gewinnt das Wort „Treibenlassen“ eine vollkommen andere Bedeutung. Was bleibt? Neo einpacken und das Schwimmen selbst ausprobieren!

Hohenfelder Bucht – die Gefahr ruft!

August 4, 2008

Die Abendsonne steht am Himmel, 25 Grad und Sturm! Der Wind hält unablässig auf die Hohenfelder Bucht zu, die Alster ist überzogen von Wellen. Mit dem Kanu heute zu begleiten erscheint unmöglich. Nicht nur die Wellen sind hier ein Problem, sondern vor allem der Wind. Doch das Wasser ruft, der August ist angebrochen und das Ende der Badezeit kommt.

Es erscheint erstmal nicht einfach eine Stelle zu finden, in der man ohne Kanu in die Alster kommt – und vor allem wieder aus ihr heraus. An der Schwanewik, neben dem Denkmal und kurz vor der Brücke, an der die Eilbek beginnt, geht das Ufer flacher ins Wasser. Doch es bleibt unschön. Die Steine unter Wasser sind so schon nicht wirklich angenehm. Durch die Wellen werden sie wirklich unangenehm. Nach dem Schwimmen stellt sich heraus, dass sowohl ich als auch „Falscher Fluss“ sich an Scherben leicht geschnitten haben – dennoch, es hat gelohnt.

Schon nach dem eintauchen wird klar, das wird ein wunderbarer Tag. Von der Schanewik geht es hin zu Tonne 7 und wieder zurück, um noch einmal die Runde zu drehen. Das Wasser ist wärmer als die Luft, hat eine wunderbare Temperatur. Die Wellen peitschen, Wasserschlucken ist heute unvermeindlich. Natur pur! Es ist das wunderbarste Schwimmerlebniss, dass ich bisher hatte.

Sicher, es ist alles, aber nicht sicher! Schnell wird klar, heute zieht jeder seine Runde, wirklich helfen wird hier schwer möglich sein. Aber man ist ein sicherer Schwimmer und auch „Falscher Fluss“ kennt die eigenen Grenzen gut. Dennoch, das Wasser ist schwer, die Wellen zwingen ihren Kurs auf, da kann man sich schnell verschätzen. So bleibt es auch bei zwei Runden, sicher ist sicher.

Eine andere Gefahr war dabei nicht zu übersehen und durch uns auch nicht zu kontrollieren. Einige Segler genossen ebenso den Wind. Wir sind mit unseren Badekappen schon bei gutem Wetter schlecht zu sehen. Bei diesem sind wir wohl unsichbar. Nicht nur dass die Segler mit sich selbst genug zu tun haben, und das aufspritzende Wasser ihnen ebenso wie uns sie Sicht nimmt, das Tempo der Boote wird wohl das überwiegende Problem sein und die Wellen verschlucken uns zudem.

Und so war es gewagt hier zu schwimmen, wenn auch kein Segler in unsere Nähe gekommen ist – dies war nicht unser verdienst, vermutlich lag es am Wind, der direkt auf die Bucht zu hielt und dazu führte, dass die Boote an der Windkante fahrend diese mieden.

Es waren insgesamt fünf oder sechs Boote die auf der Alster fuhren und sie waren von uns relativ leicht im Blick zu behalten – wenn auch die Fahrrichtung der Segler nicht immer leicht zu bestimmen war und uns die Sonne so blendete, dass es eine Stelle der Alster gab, an der wir Blind waren. Deutlich wurde hier, dass es wichtig ist, sich auf eine eindeutige Zeichensprache zu verständigen. Die Kommunikation durch Sprache wird hier fast unmöglich.

Dennoch, währe ein Segler in die Bucht gefahren, wir hätten nicht viel machen können. Ob der Plan, unter dem Boot hinweg zu tauchen funktionieren würde? Man weiß es nicht, es musste ja zum Glück nicht probiert werden. Dennoch, es war wunderbar!